19. Vorfreude…
April 27, 2008
auf die bevorstehende Reise dominiert momentan unseren Alltag. Aber auch Skepsis. Sitze gerade Sonntagnachmittag am PC und mache mir so meine Gedanken über unsere Auswanderungspläne und ob das Alles auch klappen wird wie wir uns das vorstellen, oder ob wir Gefahr laufen eine Bauchlandung mit anschließenden Rückzug zu erleben. Das wir bei 0 anfangen müssen und es nicht einfach wird ist mir vollkommen klar. Habe ich alles schon erlebt. Aber halt mit 20 und 30 Jahren. Auslandserfahrung habe ich ja genug, und ich habe auch keine Probleme mich auf neue Menschen, Länder und Situationen einzustellen. Mein Berufsbild ist normal bis durchwachsen. Mehrsprachig und Computererfahren, mit Arbeitserfahrung in verschiedensten Bereichen. Wie es halt so ist, wenn man im Tourismus gearbeitet hat und sich seit einigen Jahren als Selbstständiger in einen ganz anderen Bereich rumschlägt. Anja ist mit Leib und Seele Filialleiterin, aber muss in Sachen Englisch noch viel aufholen. Leider ein echtes Handycap. Aber ich denke, dass wird sich nach 6 Monaten in den Staaten automatisch ausgleichen. Jetzt werde ich also erst einmal im Oktober alleine rübergehen und Anja noch weiter in Deutschland bleiben. Für mich bedeutet das natürlich, dass ich so schnell wie möglich einen Job in Florida finden muss, der uns beiden ein Überleben im ersten Jahr sichert. Und bei den extremen Niedriglöhnen, die dort gerade in Serviceberufen gezahlt werden, könnte das ganz schön eng werden. Außerdem hört man so viele unterschiedliche Meinungen über den Arbeitsmarkt in Amerika. Die Rezension ist inzwischen angekommen und es gibt immer mehr Entlassungen. Einwanderer sind nur noch willkommen, wenn Sie hochqualifiziert sind. Und kein guter Job ohne Studium. Wenn ich das alles höre, werde ich sehr stark an Deutschland erinnert. Auf der anderen Seite lerne ich immer wieder Leute kennen, die die Ansicht vertreten, dass man in Amerika schneller aufsteigen und beruflich etwas erreichen kann als hier. Es stellt sich nur die Frage ob ich ohne Studienabschluss (BWL, Bachelor etc.) auch die Chance dazu erhalte, oder ob ich mir die Hacken abrenne für nichts und wieder nichts wie hier in Deutschland. Wir wandern ja nicht zum Spaß aus, sondern wollen uns eine bessere Zukunft aufbauen. Den hier ist für uns mit 40 das Ziel leider erreicht und lässt sich nicht mehr verbessern. Im Gegenteil!
Andererseits freuen wir uns schon total auf Florida und die ganzen netten Leute, die wir schon übers Internet kennengelernt haben. Hatten erst vor 2 Tagen ein sehr nettes Telefonat mit einem Forumsmitglied, der uns unbedingt geraten hat diesen Schritt zu wagen. Und ich denke auch die Jobsuche ist vor Ort einfacher, wenn man die Firmen persönlich ansprechen kann. Irgenwie muss ich drüben über den richtigen Job stolpern. Denn noch einmal im Reisebüro die Zeit absitzen kommt für mich nicht mehr in Frage. Bitte versteht mich nicht falsch. Ich liebe die Touristikbranche und möchte auch wieder unbedingt in diesem Bereich arbeiten, aber im Reisebüro muss es echt nicht sein. Da fand ich meine Zeit als Reiseleiter schon um Klassen besser. Es hat einfach Spaß gemacht an der Front zu arbeiten und das Feedback der Leute zu erhalten (wenn auch manchmal heftig). Und eine Bewerbung über Internet ist nicht so einfach, wenn man nicht den Standardlebenslauf mit Studium vorweisen kann. Aber ich bin ja flexibel. Hoffe die Amis auch
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Entry Filed under: Florida, Job. Schlagworte: Chancen, Florida, Job.
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1.
Adrian | April 28, 2008 at 1:51
Persistance and resilience heissen die Zauberwoerter dann wird das schon in Amerika. Ich hab den Schritt auch noch — oder erst — mit 43 Jahren gewagt weil es mit dem Gewinnen leider etwas gedauert hat. Also Hoffnung besteht
Best of luck!
2.
Andy | April 28, 2008 at 4:57
Danke Dir Adrian! Ich denke auch so. Mit dem entsprechenden Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit sollte es klappen. Aber ich mache mir halt immer mehr Gedanken um das Thema Job und Geld je näher der Termin für die endgültige Abreise rückt. Sonst könnte unser Traum vom neuen Leben schnell ein jähes Ende finden. Und ich will auf keinen Fall Fernsehstar in „Die Rückwanderer“ werden. Aber ich glaube auch, dass eine gesunde Portion Zweifel ganz hilfreich und normal ist, um nicht Schiffbruch zu erleiden. Manche Auswanderer (siehe TV) sind da leider mehr als naiv. Frage mich manchmal schon ob die echt sind, oder nur engagierte Schauspieler.
P.S.: Finde deinen Blog echt klasse
.
3.
Tanja | April 29, 2008 at 4:32
Hallo Andy!
Dieser Teil gehört dazu – Zweifel sind normal und auch ganz gesund. Es ist tatsächlich nicht immer leicht, aber wenn Ihr diesen Schritt nicht wagt, dann werdet Ihr das sicherlich immer bereuhen. Niemand will daran denken, eventuell zu scheitern. Doch wenn es tatsächlich so sein sollte, dass es nicht funktioniert (aus welchem Grund auch immer), dann kann man erhobenen Hauptes zurück gehen – denn man hat es gewagt! Es verursacht Bauchschmerzen – aber es macht auch unheimlichen Spaß!
Toi, toi, toi
LG aus OC California
Tanja
4.
Adrian | April 29, 2008 at 9:09
Ich denke das mit den Zweifeln sollte sein wie bei den Sportarten oder Berufen mit hohem Risiko. Man muss das immer im Kopf haben aber im Hinterkopf und nicht vorne mit all den anderen Gedanken. Das lenkt zu sehr ab und kann gefaehrlich sein. Und wenn es dann schief laeuft zeichnet sich dann meistens auch noch derjenige aus, der kuehlen Kopf bewahrt und das Ruder herumreisst.
Ich kann zu meinem persoenlichen Fall — und vielleicht als Hilfe — hinzufuegen, dass ich mir selber nichts vorstellen kann, dass mich zum Abbruch und einer Rueckreise bewegen wuerde. Der Grossteil solcher Problem ist eine Kopf-Sache. Dann muss man einfach ueber die Buecher und die noetigen Anpassungen machen. Wenn da falsche Vorstellung vorhanden waren welche man nun nicht anpassen kann wird es schwierig.
Und Danke fuer die Blumen. Hoffentlich werdet ihr uns in euerem Blog weiterhin nur gutes Berichten.
5.
Georg | Mai 2, 2008 at 4:12
Andy,
möchte hier nur kurz auch etwas Aufmunterung aussprechen!
Wir waren ja gerade eine Woche in New York, auf Aktivierungsreise. Über einen Uni-Freund von mir haben wir dort eine ganze Gruppe Australier kennengelernt, die alle in verschiedenen Bereichen arbeiten. Alle waren optimistisch und zuversichtlich, und das, obwohl sie noch nicht mal unseren Vorteil der unbeschränkten GreenCard hatten! Mein Eindruck war, dass jeder, der etwas zu bieten hat, in den USA auch seine Chance bekommt. In anderen Bereichen sind sie nicht so gut, aber Ärmelhochkrempeler haben dort einen guten Platz. Von daher würde ich mir an Deiner Stelle nicht soviele Gedanken machen, ob du einen Job finden wirst, denn gerade auf formelle Sachen legen sie dort wenig wert, und auf Motivation und Anpack-Willen umso mehr. Als Deutscher hat man da auch einen Bonus, fand ich immer – Zuverlässigkeit etc.
Mit den Internet Bewerbungen sehe ich das allerdings genauso skeptisch wie Du – aber die Jobs im Internet sind paradoxerweise auch häufiger die von konventionellen Firmen. Vor Ort sieht alles immer ganz anders und persönlicher aus. Deshalb ist es bestimmt eine gute Idee einfach hin zu fahren, vor allem wenn Ihr nicht beide gleichzeitig Job suchen müsst, sondern versetzt und so immer ein Einkommen habt!
Was ich aber eigentlich hier schreiben wollte, aus eigener Erfahrung: die Sprache macht den allergrössten Unterschied, ob man seine Ziele erreicht. Deshalb würde ich Deiner Frau raten, soviel Englisch zu büffeln wie nur geht – mit Magazinen, DVDs, Fernsehen und was Ihr sonst noch alles in die Finger bekommt. Ich habe das bei einem mehrjährigen Aufenthalt in Spanien verpasst, weil alle Englisch sprachen und ich faul war. Das Endresultat war, dass ich die wirklich wichtigen Gespräche nie verstand. Das kann man sich echt ersparen! Also hängt Euch ins Englische rein und geniesst die Fortschritte und die Möglichkeiten!
Liebe Grüsse,
Georg (geo aus dem AuswandererForum)
6.
Karl-Heinz | Juni 12, 2008 at 6:28
Hallo Andy,
Du musst Dir unbedingt die postive Einstellung zulegen, „ich kann es!“, dann schaffst Du es auch, zumal Du scheinbar mir der Sprache keine Schwierigkeiten hast, was schon mal ein großer Vorteil ist.
Ich bin ende der 50iger zu einer Zeit in die USA gekommen, als hier eine große Arbeitslosigkeit herrschte und ich habe es auch geschafft. Der einigen Vorteil den ich hatte war allerdings, dass ich mit 23 Jahren noch recht jung war.
LG Karl-Heinz
7.
D. | Juni 18, 2008 at 12:46
am besten lernt man fliessend englisch im kontakt mit den amis… 11 jahre usa reichen mir persoenlich voellig, euch allerdings viel glueck…und t.v. stars – rueckwanderer – werden wir auch nicht… *gotseidank* 13 tage noch, dann hat uns der deutsche boden wieder!